Tonhalle Maag Zürich – Konzertsaal für Klassik in Zürich-West

Max Schreiber Max Schreiber
Geprüfte Fakten Jan Becker

Die Tonhalle Maag ist ein Konzertsaal auf Zeit. Sie ist in erster Linie Spielstätte für das Tonhalle-Orchester Zürich während der Jahre 2017–2020, in denen Tonhalle und Kongresshaus Zürich umgebaut werden, sie steht auch weiteren Veranstaltern zur Verfügung. Der Grossteil der Konzerte mit klassischer Musik in Zürich findet nun in der Tonhalle Maag statt.

Tonhalle Maag

Tonhalle Maag – der Konzertsaal

In die bestehende industrielle Struktur der ehemaligen Zahnradfabrik Maag wurden neben dem Konzertsaal ein Foyer mit Kassen und Garderoben sowie zahlreiche Räume für das Orchester und die Administration eingebaut.

Verantwortlich für den Um- und Einbau waren Spillmann Echsle Architekten, Zürich. Sie haben dafür gesorgt, dass die industrielle Vergangenheit in allen Nebenräumen sicht- und spürbar bleibt. Der Konzertsaal hingegen, der als grosse «Box» aus lasierter Fichte in die ehemalige Maag Event Hall gebaut wurde, wirkt zeitlos ruhig und elegant. Hier steht die Musik im Zentrum.

Für die Akustik in diesem besonderen Konzertsaal konnte das weltweit renommierte Akustikbüro Müller-BBM, München verpflichtet werden.

Das multifunktionale Parkett kann unterschiedlich bestuhlt werden. Den ganzen Raum umläuft eine fix bestuhlte Galerie. Insgesamt gut 1200 Menschen finden hier Platz.

Fakten

Tonhalle-Orchester

Geschichte des Maag-Areals

Dort, wo das Tonhalle-Orchester Zürich ab Sommer 2017 sein vorläufiges Zuhause hat, befand sich von 1913–1991 die Zahnradfabrik Maag. Ihr Gründer Max Maag (1883–1960) hatte das Verschleissproblem bei Zahnrädern gelöst; die von ihm erfundenen und produzierten Zahnräder und Werkzeugmaschinen fanden Absatz in der ganzen Welt. 1926 schied er aus der Firmengruppe aus.

Alte Maag-Halle (Foto: Marcela Bradler)

Auf dem Werkgelände an der Hardbrücke wurden jedoch noch bis in die 1990er-Jahre Zahnräder, Getriebe und Pumpen gefertigt. Die zunehmend nicht mehr benötigten Büros und Werkhallen wurden nach und nach an ganz verschiedene Unternehmen vermietet.

Der Ersatz der «Maag Zahnräder»-Leuchtschriften durch «maag areal» stand 1994 symbolisch für die Neuausrichtung der Nutzung durch Gewerbe, Dienstleistungen und Kultur. Im Jahr 2000 wurde ein städtebauliches Konzept für die weitere Entwicklung des Areals vorgelegt, das seither Schritt für Schritt umgesetzt wird.

Das Quartier

Der Zürcher Kreis 5 in der näheren Umgebung der Tonhalle Maag hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Nach einer Phase, in der zahlreiche der ehemaligen Industrieareale intensiv zwischengenutzt wurden, ist vieles neu- oder umgebaut worden. Im früheren Industriequartier wird heute gearbeitet, studiert und gewohnt.

Die Entwicklung und Aufwertung des Quartiers wurde über Jahre in enger Zusammenarbeit von Stadt und Grundeigentümern geplant. Die existierenden Strukturen und Gebäude bildeten die Grundlage für attraktive Architektur und grosszügige Freiräume. Mit dem Prime Tower direkt beim Bahnhof Hardbrücke ist das neue, weit herum sichtbare Wahrzeichen Zürichs entstanden.

Weit über die Stadt hinaus bekannt ist das umgenutzte und erweiterte Löwenbräu-Areal mit seinen Galerien und Museen. Auch ziehen der Schiffbau, das Moods und das Toni-Areal mit der Zürcher Hochschule der Künste, dem Museum für Gestaltung, dem Musikklub Mehrspur, dem Toni Kino und den Konzertsälen heute Kulturinteressierte von nah und fern an, ebenso wie die Maag Music Hall in direkter Nachbarschaft der Tonhalle Maag. In den ausgebauten Bögen des Letten-Bahnviadukts gibt’s Design und Genuss.

Auch zahlreiche Restaurants und Bars finden sich in naher Gehdistanz; und wer sich doch lieber im Stadtzentrum verpflegt, erreicht den Hauptbahnhof mit der S-Bahn in drei Minuten.

Max Schreiber

Max Schreiber

Leitender Kolumnist

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Jan Becker

Jan Becker

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